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Am Samstag den 13. Mai 2017 machten sich ca. 20 Frauen des KDFB auf den Weg nach Ipthausen, um in der dortigen Wallfahrtskirche eine Maiandacht zu halten.

Das schmucke Kirchlein „Maria Geburt“, das zwischen 1746 und 1754 im Stil des Rokoko neu aufgebaut wurde, gilt als „eine der schönsten Dorfkirchen Frankens". Seine große Beliebtheit verdankt das stille Kirchlein vor allem dem prachtvollen Deckengemälde von Georg Anton Urlaub, das unverkennbar den Einfluss des berühmten Venezianer Malers Giovanni Battista Tiepolo verrät.
Michaela Leidner hielt eine bewegende Andacht, in der neben Maria der Maienkönigin ein Kaktus im Mittelpunkt stand.
Der Monat Mai ist natürlich geprägt durch das Erwachen der Natur nach dem langen Winter und den damit verbundenen Neuerblühen der Frühlingsblumen. Aber auch ein Kaktus kann für uns Christen ein Maßstab für unser Leben sein. Er ist aufnahmefähig und speichert Wasser um damit auch in Dürrezeiten überleben zu können. Maria hat alles, was sie gehört hatte, in sich gespeichert, sie bewahrte sich, wie es in der Weihnachtsgeschichte steht, die Frohe Botschaften in ihrem Herzen. Aber das Leben bescherte damals Maria und heute auch uns Menschen nicht nur Sternstunden, sondern auch dunkle Stunden. Wir können vielleicht schwere Zeiten besser überstehen, wenn wir uns intensiv an die in uns gespeicherten Sternstunden erinnern. Auch die Stacheln eines Kaktus‘, mit denen er, ohne aggressiv zu sein, das Wunderbare, nämlich das in sich gespeicherte Wasser zum Überleben, schützt, leiten zu Maria. Sie bleibt standhaft gegen alle Widrigkeiten, ohne aggressiv zu sein. Sie bleibt immer an der Seite ihres Sohnes Jesus, selbst in der schweren Stunde der Kreuzigung. Maria macht uns vor, was es heißt, standhaft zu bleiben. Bei dieser Standhaftigkeit muss es nicht immer so stachelig sein wie beim Kaktus. Aber wie bei den Kakteen muss wohl jeder von uns überlegen, wie wir das Gute, das uns geschenkt wurde, das wir in uns speichern konnten, auch wirklich bewahren können.
Natürlich wurde auch viel gesungen und gebetet.
Nach Abschluss der Andacht hat uns der Küster die wunderschöne Ausstattung der Wallfahrtskirche erläutert. Während das Äußere der Ipthäuser Kirche eher schlicht wirkt, überrascht im Inneren der festlich-beschwingte Gesamteindruck. Der schmucke Rokoko-Hochaltar ist als viersäuliger Baldachin-Altar konzipiert; im Zentrum steht anstelle einer 1922 verbrannten Figur eine Immaculata-Statue, die wiederum von den Evangelisten Johannes und Markus sowie den Heiligen Burkard und Kilian flankiert wird. Die beschwingten Seitenaltäre mit Bildern der Heiligen Sebastian und Appolonia aus der Werkstatt des Grabfeldmalers Johann Peter Herrlein werden von den Heiligen Wendelin und Rochus sowie Katharina und Barbara umrahmt. Ihre Sonderstellung unter den Dorfkirchen Frankens verdankt die Ipthäuser Kirche jedoch dem bewegten Deckengemälde von Georg Anton Urlaub, das in seiner Strahlkraft und Leichtigkeit wie ein Feuerwerk italienisch-luftiger Malerei wirkt. Zentrale Szenen des Gemäldes sind der Sieg des Kreuzes und die Aufnahme Mariens in den Himmel, die von fränkischen Heiligen, wichtigen Persönlichkeiten und Vertretern der vier Erdteile umvölkert wird. Trotz der stellenweise stark typisierten Gestaltung erzielte Urlaub einen faszinierenden Gesamteindruck, der unverkennbar vom Geist Tiepolos und der italienischen Malerei inspiriert ist: So erinnern nicht nur die luftige Wolkenlandschaft, die lichtdurchstrahlte Atmosphäre und die leuchtenden Farben an die Fresken in der Würzburger Residenz, auch die Einbindung plastischer Elemente zur Verstärkung der illusionistischen Wirkung sowie die Darstellungsweise der damals bekannten vier Erdteile zeigt frappierende Parallelen.
Wieder an der frischen Luft erfreute uns der schönste Sonnenschein; so wurde beschlossen, die Autos stehen zu lassen und zu Fuß zu unserem nächsten Ziel zu gehen.
Über einen reizender Birkenweg mit zahlreichen Bildstöcken von einer religiösen Geschichte ging es durch die Kuranlagen von Bad Königshofen. Einen kurzen Stopp gab es zum Einatmen gesunder Luft im Gradier-Pavillon. Am Ende des Kurparks wurde noch die Klosterkirche besichtigt. Wenn auch das Kapuzierkloster nicht mehr existiert, es wurde abgerissen und eine Seniorenresidenz erbaut, so blieb die unter Denkmalschutz stehende Kirche erhalten.
Am Marktplatz angekommen ging es dann ins Cafe Mozart. Hier ließen alle den wirklich schönen Nachmittag bei Kaffee, Erdbeerkuchen und Eis noch einmal auf sich wirken.
Zurück durch den Kurpark zu den Autos wurde dann der Heimweg angetreten.
Der nächste Ausflugstermin des KDFB ist der 5. August 2017. Da geht es nach Kronach. Nach einer Stadtführung und gemeinsamer Einkehr steht der Besuch der Festspiele der Veste Rosenberg mit dem Stück „Das Wirtshaus im Spessart“ auf dem Programm.
Anmeldungen bis 29. Mai bei Petra Müller, Tel 6826 oder Rita Leidner Tel 1211.


Marion Woywode

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