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„Wann ist denn endlich wieder Kindergottesdienst?“

Das hörten wir in den letzten Wochen sehr oft von Kindern und Eltern. Leider konnten wir ja wegen Corona diese Frage nicht so genau beantworten. Aber wir wollten auch wieder Kindergottesdienst feiern. Deshalb setzten wir uns zusammen und überlegten, wie wir es machen können und alle Hygiene- und Schutzmaßnahmen einhalten können.

Und so entstand die Idee eines „Weggottesdienst“.

 

Am Sonntag, 19.07.2020 setzten wir diese Idee in die Tat um und es fand der erste Kindergottesdienst in der Coronazeit statt. Insgesamt haben sich 39 Kinder, also 21 Familien angemeldet. Darüber haben wir uns sehr gefreut!!!

 

Immer 2 Familien durften im Viertelstundentakt loslaufen und sich auf den Weg machen durch Gottes Schöpfung. Das war das Thema: „Unterwegs in Gottes Schöpfung“.

Auf einem ca. 2 km langen Weg hatten wir insgesamt 7 Stationen aufgebaut, an denen den Kindern die Schöpfungsgeschichte nähergebracht wurde. Mit Hilfe eines Handzettels fanden die Familien den richtigen Weg und konnten somit eine Station nach der anderen entdecken.

Jede Station hatte einen ähnlichen Ablauf: zuerst hörten die Kinder die Bibelstelle, dann folgte eine Aktion und, nach einem passenden Gebet, sangen die Kinder noch das Lied: „Du hast uns deine Welt geschenkt, ...“. An jeder Station gab es ein kleines Andenken, welches die Kinder in ihre kleine Holzschatztruhe legen durften. In der Truhe stand: „Und Gott sah, dass es gut war.“ So sammelten sie im Laufe des Weges viele „Schätze“ aus der Natur.

 

Begonnen wurde an der Kreuzkapelle. Gott erschuf am ersten Tag das Licht und die Dunkelheit, also Tag und Nacht. Deshalb lag ein großes, schwarzes Tuch auf dem Boden in der Kapelle. Darunter war es dunkel, das fanden die Kinder gar nicht schön. Aber unter dem Tuch war auch noch für jeden eine kleine Schatztruhe versteckt und darin befand sich ein eingeschaltetes LED-Teelicht. Als die Kinder die Schatztruhen öffneten, wurde es hell. Ein Aha-Effekt, den alle Kinder toll fanden.

 

Am zweiten Tag schuf Gott Himmel und Wasser. Diese Station, die an einem Bach stattfand, durften die Familien alleine, also ohne Kindergottesdienstteam durchführen. Sie beobachteten den Himmel. Da gab es einiges zu sehen. Und den Bach konnten sie sehen, hören und fühlen. Viele nutzten die Gelegenheit und wateten mit nackten Füßen durchs kühle Nass, eine willkommene Möglichkeit zur Abkühlung bei den heißen Temperaturen. Für die Schatzkiste suchte sich jedes Kind einen besonders schönen Stein aus dem Wasser.

 

Die 3. Station führte die Kinder zum Spielplatz. Dort stand alles unter dem Motto „Pflanzen“. Denn am 3. Tag schuf Gott die Blumen, Bäume, Früchte, Gräser uvm. Ein großer Baum wurde genauer unter die Lupe genommen. Eine Kiefer. Was hat ein Baum? Wie sieht er aus? Wie fühlt er sich an? Die Kinder konnten auf den Baum klettern, sich an ihn dranhängen und wieder auf die Erde plumpsen. Ein Kiefernzapfen wurde als Erinnerung in die Schatzkiste gelegt.

 

Wo ist man der Sonne näher, als auf einem Berg? Deshalb war die 4. Station am Mount Erwin. Am 4. Tag erschuf Gott Sonne, Mond und Sterne. Hier konnten die Kinder die Sonne spüren, die Wärme und verschiedene Schattenspiele ausprobieren. Aber wenn die Sonne untergeht kommen Mond und Sterne. Für die Schatztruhe gab es hier ein kleines Holzsternchen.

 

Am 5. Tag erschuf Gott alle Tiere. Im Garten der Familie Stein erarbeiteten die Kinder, wie man die Tiere mit allen Sinnen wahrnehmen kann. Sehen, hören, riechen, fühlen und natürlich schmecken. Nachdem die Kinder einige Tiere pantomimisch nachspielten, durften sie mit Sieglinde Mock zu deren Hühnern gehen und diese füttern und streicheln. Und da man ja keine lebendigen Tiere in die Schatztruhe sperren kann fanden sie im Garten noch kleine Holzmarienkäfer.

 

Und dann kam der 6. Tag, die 6. Station. Da schuf Gott etwas ganz Besonderes – den Menschen. In einem großen Spiegel konnten die Kinder sich selbst und dann die ganze Familie betrachten. Einzelne Familienmitglieder sehen sich ähnlich und doch ist jeder einzigartig. Gott hat jeden Menschen zu etwas Besonderem gemacht und ihm einen Namen gegeben. Den durften die Kinder auf ihre Schatztruhe schreiben und diese mit einem kleinen Spiegel bestücken. Auf dem Spiegel stand: „Du bist gut so wie du bist.“ Von jeder Familie wurde noch ein Familienfoto gemacht.

 

Der Kreis, oder besser gesagt der Rundweg, schloss sich an der Kreuzkapelle. Da war die 7., die letzte Station. Am 7. Tag ruhte Gott sich aus. Die Kinder durften hier auch ruhen. Sie brauchten nichts mehr zu machen. Jeder konnte noch erzählen, was er alles erlebt hat auf dem Weg durch Gottes Schöpfung und welche Schätze er gesammelt hat.

Wer möchte, kann das LED-Teelicht aus der Schatztruhe in sein Zimmer stellen, abends einschalten und somit auch jeden Tag zur Ruhe kommen.

 

Lieber Gott, wir danken dir, dass du die Welt so wunderbar erschaffen hast. Danke für die Pflanzen und Tiere, danke für unsere Familie und Freunde. Danke, dass wir deine Liebe spüren können. Amen.

 

Ein herzliches Vergelt´s Gott möchten wir noch der Familie Helfrich sagen, die uns ihre Wiese zur Verfügung gestellt haben. Auch ein großes Dankeschön an die Familie Stein, in deren Garten wir Tiere beobachten durften. Und ebenso Danke an die Familie Mock, die uns erlaubt hat, ihre Hühner zu füttern.

 

Aber ganz besonders wollen wir uns bei allen Kindern mit ihren Familien bedanken. Ihr habt den Gottesdienst so einzigartig, wundervoll, individuell gemacht. Wir hatten sehr viel Spaß mit euch und freuen uns schon auf den nächsten Kindergottesdienst. Näheres dazu werdet ihr bald erfahren.

 

Martina, Nicole, Felicitas und Katrin

 

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