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Ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst! (Jos 1,9)

Eigentlich endet unser Jahr ja im Dezember. Aber jetzt gab es gerade auch wieder so eine Art Jahresende - jedenfalls für alle, die irgendwas mit Schule zu tun haben. Das Schuljahr ging letzte Woche zu Ende. Aber auch viele Ausbildungen oder Hochschulen, aber auch das gesellschaftliche Leben orientiert an dieser parallelen Jahresstruktur, die im Sommer endet.

Dieses Schuljahr ist anders verlaufen als die vielen anderen zuvor, aber dennoch gab es auch viele Dinge, die wie jedes Jahr passiert sind. Kinder wurden eingeschult, lernten lesen, schreiben, rechnen, malten und bastelten. Es wurden Proben geschrieben und Referate gehalten, es wurde geschwätzt und Unsinn gemacht, und in den Pausen der Schulhof unsicher gemacht. Die Kinder der 4. Klasse haben sich entschieden, wie es weitergehen wird und Jugendliche und junge Erwachsene haben ihren Abschluss gemacht und starten in einen neuen Lebensabschnitt.

Und jetzt? Wie geht es denn weiter?

Erstmal: Wie werden sie - diese Sommerferien? Diese Frage habe ich mir früher auch ganz ohne Corona gestellt.
Und dann natürlich: wie wird es dann im neuen Schuljahr? Kommt jemand Neues in meine Klasse? Welche Lehrer habe ich? Oder: Wie geht es jetzt nach der Schule weiter?

Ich kann mich noch erinnern: Ich war neugierig auf das Neue, was da vor mir lag. Ich habe mir vieles ausgemalt. Aber ein bisschen Angst war auch immer wieder dabei: Was, wenn es im Urlaub nur regnet? Was wenn ich nächstes Jahr blöde Lehrer kriege?

Die Sommerferien sind eine bedeutsame Zeit, in die viel „hineingewünscht wird“ und in der schon viel in die Zukunft geblickt wird - und dann kann die Enttäuschung eben umso schwerer ausfallen, wenn nicht alles wie geplant klappt.
In meiner Kindheit und Jugend war es dann gut, dass es Menschen gab, durch die ich merkte: ich bin nicht allein. Ob meine Tante, die mit mir in Urlaub fuhr, als es für uns kein Urlaub möglich war, ob meine Schwester mit der ich mich auf einem Schiff bei Windstärke 8 unterhakte, falls uns eine Welle erwischt, oder meine Mutter, die, als ich in der 9. Klasse über meine Lehrer stöhnte, meinte, dass das wie bei Harry Potter sei und ich darüber lachen konnte - ich war nicht die einzige.

Dieses Jahr ist die Unsicherheit vermutlich noch größer als sonst. Es klappt ja sowieso nicht wie geplant und gleichzeitig wünschen sich viele, dass mal wieder ein Plan aufgeht, und daneben spüren viele Angst vor der unsichtbaren Gefahr eines Virus.

Mir hilft jetzt gerade Gottes Zuspruch: Ich bin bei dir, wohin du auch gehst.

Wenn es schön ist, ist Gott dabei. Und genauso ist er bei mir, wenn es schwer wird. Das ist kein Versprechen, dass alles immer gut wird. Aber immerhin: ich bin nicht allein - ich bin nicht die einzige.

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