logo Hofheim Katholisch

Waltet […] über alle Tiere (Gen 1,28)

Im Frühjahr die Meisen vor unserer Haustür, im Sommer die Elefanten, jetzt Meerestiere in Kamtschatka. Schon das dritte mysteriöse Tiersterben, das Schlagzeilen macht in diesem Jahr.

Das Insektensterben beschäftigt uns seit Jahren. Nicht nur unsere Landwirtschaft wird dadurch gefährdet, auch Reptilien, Amphibien, Vögel, kleine Säugetiere, alle, die Insekten als Nahrung brauchen, werden schon heute zunehmend weniger.

Und das ist nur die Spitze des Eisberges beim großen Artensterben, das diesmal nicht durch eine kosmische Katastrophe ausgelöst wurde, sondern durch den Menschen.

Dabei töten die wenigsten von uns bewusst und direkt bedrohte Tierarten. Viele sind eher empört, wenn Wölfe oder Bären als Problemtiere getötet werden sollen, wobei sich auch hier die Meinung ändert. Tiere dürfen leben, solange sie mich nicht stören.

Aber die vielen Tierarten, die sterben, weil wir Lebensräume zerstören, die Umwelt vergiften und den Klimawandel nicht stoppen können, die fallen auch mir nur ein, wenn ich mit dem Thema beschäftige, obwohl ich das eigentlich alles weiß.

Dabei gilt der Schöpfungsauftrag Gottes, die Erde zu pflegen und über die Tiere zu walten allen Menschen. Er bedeutet eben nicht alles mit ihnen anstellen zu dürfen, sondern dafür zu sorgen, dass es ihnen gut geht.

Auch ich habe diese Verantwortung gegenüber der Welt, gegenüber meinen Mitgeschöpfen, gerade dann, wenn ich sage, dass ich an Gott, den Schöpfer, glaube. Von ihm habe ich als Mensch einen ganz klaren Auftrag.

Darüber hinaus macht es mich doch auch traurig, wenn viele Tierarten, die ich in meiner Kindheit noch öfter gesehen habe, heute so selten sind, dass ich sie suchen muss, wenn ich sie überhaupt noch finde. Immer bin ich betroffen…?

Müsste ich nicht eigentlich viel lauter werden?
Müsste ich nicht eigentlich nach Wegen suchen, das Artensterben zu stoppen oder einfordern, dass sie gesucht werden?
Müsste ich nicht eigentlich handeln?

­