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Rot oder weiß, trocken oder süß, oder Gänsewein – Geschmackssache

So was Doofes, da will man richtig feiern, und dann gibt’s keinen Wein mehr zu trinken. Der Wein ist zwar nicht die Hauptsache an deiner Hochzeit, aber ganz ohne? Nun ja, Biertrinkern wird das ziemlich egal sein und sicherlich gibt es auch andere Sachen, die den Durst löschen.

Aber was muss das für eine Blamage für den Bräutigam damals in Kana gewesen sein, als der Wein ausging, zumal die Hochzeiten wie es im Orient immer noch oft ist, über mehrere Tage gefeiert wurden und dann mittendrin keinen edlen Rebensaft….

Maria bemerkt es, vielleicht wurde es ihr gesagt, vielleicht war es ihr mütterlicher Instinkt, auf jeden Fall macht sie kein großes Aufhebens, sondern geht zu den Dienern und sagt: „Was ER euch sagt, das tut.“ Nachdem sie von Jesus eine Abfuhr bekommen hatte. „Was willst du von mir. Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Aber Jesus lässt sich dann doch darauf ein, als die sechs Wasserkrüge mit je ungefähr 100 Litern vor ihm stehen. Er vollbringt sein erstes öffentliches Wunder!

Jesus zeigt seine göttliche Macht, es ist schon viele Jahre her, als die wiesen aus dem Morgenland ihm gehuldigt hatten, als sie seine Göttlichkeit erkannt hatten und er sich als kleines Kind der Welt geoffenbart hat. Jetzt bei der Feier in Kana, offenbart er sich wieder, eben mit seinem ersten Wunder.

In den nächsten Wochen werden wir in den Evangelien noch mehr Offenbarungen der Vollmacht Jesu hören, die ihm von seinem himmlischen Vater gegeben wurde.

600 Liter Wein aus Wasser zu machen ist ein Wunder, aber Tote wieder zum Leben zu erwecken, ist göttlich.

Egal, ob du lieber weißen oder roten Wein magst, denk doch beim nächsten Gläschen daran, es ist ein Geschenk Gottes, Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit, viel Schweiß dem Weingarten abgerungen und nicht einfach aus dem Wasserkrug geschöpft.

Achtung, großartig!

Für alle Wintersportfans ist an diesem Wochenende im Fernsehen wieder so einiges geboten. Biathlonfans werden ihren Lieblingssportlern bei jedem Schießen die Daumen halten, dass sie wieder schnell genug und fehlerfrei auf die Strecke kommen. Und die Fans aller möglichen anderen Disziplinen werden sich freuen, wenn „ihr“ Team oder Athlet mindestens eine Tausendstelsekunde schneller ist, als die Konkurrenz.

Eines haben aber alle Wettkämpfe gemeinsam: Manchmal sind wirklich die kürzesten Augenblicke ausschlaggebend dafür, ob jemand am Ende im Rampenlicht steht oder nach hinten durchgereicht wird.

Auch im heutigen Evangelium ist ein einziger, Augenblick entscheidend, der Jesus ins Rampenlicht stellt: Während er von Johannes im Jordan getauft wird, öffnet sich der Himmel, der Heilige Geist kommt auf ihn herab und eine Stimme spricht: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“ Ein dichter Moment, der zeigt: Dieser Mensch, der der da gerade zwischen so vielen Anderen zum Jordan gekommen ist, ist jemand ganz Besonderes: Gottes Sohn!

Doch es geht keineswegs darum, alleine Jesus heraus zu heben und alle Anderen im Schatten stehen zu lassen. Vielmehr zeigt dieser Ausschnitt aus dem Evangelium: Wir alle sind durch die Taufe Kinder Gottes.- Zumal Jesus an anderer Stelle von Gott nicht nur als seinem, sondern als unser aller Vater spricht. Vor Gott ist jeder etwas ganz besonderes, einmalig und mit Würde ausgestattet. - Unabhängig von der je eigenen Leistung und egal ob sich jemand gerade auf der Licht- oder Schattenseite des Lebens befindet.

Ich sitze am Küchentisch und schreibe an der Predigt. Aus dem Wohnzimmer dringt ein ständiges monotones Gebrabbel an mein Ohr. Mein Sohn sieht sich ein Video im Internet an, in dem ein junger Mann alles kommentiert, was er gerade in einem Computerspiel macht.  „Benedikt, kannst du bitte deine Kopfhörer aufsetzen, wenn du YouTube schaust?“

Wir leben in einer wortreichen Zeit. Noch nie sind auf die Menschen so viele Worte hernieder geprasselt wie heute. Es wird alles bequem fotokopiert und tausendfach abgezogen und millionenfach gedruckt ins Internet gestellt und per Handy verteilt, Wichtiges und Unwichtiges, Wahres und Falsches.

Alles flattert uns täglich entgegen. Es ist schwierig geworden, das herauszufinden, was einen wirklich noch persönlich betrifft. Die Wort-Flut in Funk und Fernsehen, in Büchern, Zeitschriften und Postwurfsendungen und Emails prasselt täglich nur so auf uns nieder.

Und da heißt es nun heute im Evangelium: “Im Anfang war das Wort ...”

Plötzlich, unter all den zahllosen Wörtern: d a s  WORT!

Es muss ein ganz wichtiges Wort sein, ein Wort, das alle angeht, weil es ganz am Anfang steht, weil alles durch dieses Wort geworden ist. In ihm war das Leben, das Licht.

Was war das für ein wichtiges Wort? Es bestand nicht nur aus Buchstaben. Es besteht aus Fleisch und Blut, aus Geist und Sinn, aus Vollmacht und Kraft. Der Evangelist Johannes verrät uns, wer dieses wichtige Wort ist:“... und das Wort war Gott.” Es war Gottes Sohn.

Also ein Wort, das nicht irgendetwas bezeichnet, einen Gegenstand vielleicht, sondern eine Person, eine Persönlichkeit, die Persönlichkeit überhaupt.

Er tritt uns entgegen als Wort, als einer, der uns etwas zu sagen hat, als einer, der überhaupt das Sagen hat. Das ist ja wohl das Kennzeichen Gottes: dass er spricht. Da haben sich ja schon die alten Israeliten über ihre Nachbarvölker und deren Götzenbilder amüsiert: “Sie haben einen Mund und können doch nicht reden.” Das Volk Gottes aber hat zwar keine Götterstatuen, dafür aber einen Gott der redet: zu einzelnen Menschen, zu den Propheten, manchmal zum ganzen Volk.

Wozu spricht Gott?

Um sich zu offenbaren, um sich den Menschen vorzustellen, um sich preiszugeben in seinen Gedanken und in seinem Wesen. Gott spricht und wirbt damit um Vertrauen. Er will, dass wir ihn kennen lernen, seine Güte, seine Treue, seine Liebe. Und es geht ihm in seinem Wort um uns, für die er spricht. Er will uns damit Geborgenheit und Sicherheit geben. Er will uns trösten und Mut machen. Er will uns in unseren Fehlern und Irrwegen korrigieren. Er will uns führen. Darum redet er uns manchmal auch gehörig ins Gewissen.

Und er spricht zu uns über die Zukunft, über seine Zukunft, die auch unsere Zukunft sein soll. Er wird die Schöpfung vollenden. Er wird Gottes Reich errichten und uns als seine Kinder annehmen. Dafür gibt er uns sein Wort.

“Ein Mann - ein Wort”, so sagen wir manchmal und meinen damit eine Tugend: dass ein aufrechter Mensch zu seinem Wort steht.

“Ein Gott - ein Wort”. Gott wird sein Wort niemals brechen. Er wird es wahr machen. Sein Wort gilt. Gott macht keine leeren Worte. Gott spuckt nicht Buchstaben. Er steht hinter seinem Wort. Er identifiziert sich total mit seiner Botschaft. Was er sagt, das ist ein Stück von ihm selbst.

“Im Anfang war das Wort, und das Wart war bei Gott, und das Wort war: Gott.”

Eine perfekte Familie?

Die letzten zwei Tage hörten wir vom neu geborenen Jesuskind, das in alle Schwierigkeiten, mit denen sich seine Eltern in Bethlehem konfrontiert sahen, übergroße Freude hineingebracht hat. Die Engel jubeln über die Geburt des Gottessohnes und die Hirten erzählten allen voll Begeisterung weiter, was sie erlebt hatten.

Und heute, am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem Fest der Heiligen Familie, begegnet uns dieses Kind als Zwölfjähriger. Nur dass er es diesmal ist, der seinen Eltern Unannehmlichkeiten bereitet. Ganz interessiert an dem, was die Schriftgelehrten im Tempel so erzählen und diskutieren bleibt er dort, anstatt mit seinen Eltern wieder in Richtung Heimat zu ziehen. Den Schrecken und die Sorge von Maria und Josef um das verschwundene Kind kann man sich nur zu gut vorstellen. Umso bemerkenswerter finde ich, wie Maria reagiert, als sie Jesus wieder im Tempel findet. Sie hält ihm keine große Standpauke - wenngleich das in ihrer Situation durchaus nachvollziehbar gewesen wäre, zumal ihr Sohn auf ihre Sorge in keiner Wiese eingeht. Wohlbehalten kehren alle drei nach Nazareth zurück und Jesus erlebt dort eine glückliche Kindheit.

Für mich steckt in dieser Bibelstelle sehr viel, was Familie auch heute noch ausmacht oder ausmachen könnte: Es geht nicht darum, dass eine Familie immer perfekt ist uns alles glatt läuft – das war auch bei der Heiligen Familie nicht der Fall, wie diese Kindheitserzählung über Jesus zeigt. Viel wichtiger ist, dass sie ein Ort der Nähe, der Geborgenheit und des Vertrauens ist, an dem keiner vergessen oder übersehen wird. Ein Ort, der aber auch Freiräume zulässt, sich zu entwickeln und zu lernen, eigene Fehler zu machen und trotzdem zu wissen, wo man immer wieder hinkommen kann - egal was passiert.

„Wer´s glaubt wird selig, wer´s nicht glaubt kommt auch in den Himmel“,

diesen etwas saloppen Ausspruch hast du sicher auch schon gehört. Im heutigen Evangelium geht es auch um Glauben, um Spüren und Hoffnung. Maria begegnet ihrer Verwandten Elisabet, die ebenfalls wie Maria guter Hoffnung ist. Beide sind Schwanger, Elisabet hat nicht mehr daran geglaubt, noch Mutter zu werden, sie ist schon, wie es der Evangelist Lukas schmeichelhaft ausdrückt „im vorgerückten Alter“. Maria, eine Junge Frau, sicherlich würde man heute sagen ein Teenie, hat auch nicht geglaubt in ihrem alter schwanger zu werden, weil sie mit Josef noch nicht richtig zusammen war. Zwei ganz unterschiedliche Frauen, aber die Schwangerschaft verbindet sie. Elisabet spürt, dass ihr Kind und das Kind, das Maria erwartet, ja, dass diese beiden etwas besonderes verbindet. Die Freude ist so groß, dass sogar das Kind im Bauch zu hüpfen beginnt. Elisabet wird vom Heiligen Geist erfüllt, der schon Maria ganz erfüllt hat. Beide Frauen werden mit der Liebe Gottes erfüllt.

Im heutigen Evangelium heißt der letzte Satz: „Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.“

Dieser Satz kann für beide Frauen stehen, für Maria, die die Botschaft des Engels bereitwillig angenommen hat, und für Elisabet, deren Mann Zacharias die Botschaft des Engels im Tempel bekommen hat, dass er Vater werden soll. Er hat es auch nicht geglaubt, dass er, ein alter Mann, Vater wird. Vielleicht hat er sich auch gedacht: „ Ja, ja, wer´s glaubt wird selig….“ Aber weil er es nicht geglaubt hat, hat er ein Zeichen von Gott bekommen, er konnte bis zur Geburt seines Sohnes nicht reden. Ihm hat es im wahrsten Sinn des Wortes die Sprache verschlagen.

Wie ist es mit dir? Was glaubst du? Glaubst du an die Erzählungen in der Heiligen Schrift oder sind es für dich nur gute Geschichten?

Manchmal ist mehr Glauben als wissen besser als alles besser wissen zu wollen, was andere glauben sollen.

Selig, die glauben, dass sich erfüllt, was der Herr ihnen sagen will.

Was sollen wir also tun?“

Eine Frage aus dem Sonntagsevangelium, die aktuell im gesellschaftlichen Diskurs, in den Medien und überall zu finden ist: Bei besorgten Wissenschaftlern und Experten angesichts der derzeitigen Entwicklung der Pandemie genauso wie in der Politik Angesichts aktueller Spannungen. Ebenso taucht die Frage auch im Alltag immer wieder auf: Was soll bzw. kann ich angesichts der Pandemie tun? Wo kann ich guten Gewissens hin gehen und was meide ich besser? Lass ich mich jetzt doch impfen oder boostern? Behalte ich meinen Job, auch wenn ich ihn phasenweise wegen der Pandemie nicht ausüben konnte oder suche mir einen anderen Beruf? Die Liste dieser Fragen und Unsicherheiten ließe sich sicher noch lange weiter fortsetzen.

Was also tun? Eine Frage, die sich auch die Menschen zur Zeit Jesu gestellt haben. Damals wie heute waren Menschen verunsichert. Viele hofften auf einen verheißenen Messias. Da kommt doch jemand, wie Johannes der Täufer gerade recht. Er redet wie einer der Propheten und sagt den Menschen, was sie tun sollen: Dem Herrn den Weg bereiten, umkehren, und gut leben. Das fängt schon mit mehr oder weniger kleinen Dingen an. Wenn ich den Anderen nicht übersehe und zu seinem Wohle handle. Indem ich helfe, indem ich tröste und zuhöre, indem ich einfach die Würde meines Gegenübers anerkenne und mein Gegenüber genauso als von Gott geliebten Menschen behandle, wie ich vielleicht auch behandelt werden möchte. Das und weiteres rät Johannes der Täufer sinngemäß den Menschen seiner Zeit und auch uns. Viele Unsicherheiten im Leben werden sich damit zwar nicht auflösen. Aber sie lassen sich gemeinsam, mit einem Blick füreinander, leichter meistern. Und wir dürfen darauf vertrauen, dass Jesus Christus kommt, dem wir den Weg bereiten,dass er mit uns geht und uns zur Seite steht.

Bereitet den Weg des Herrn!  Lk3,1-10

Samstag früh, noch 10 Minuten im Bett liegen bleiben, aufstehen, fertig machen um in die Rorate zu fahren. Dann bekomm ich große Augen, es hat geschneit! Also Auto frei kehren und ab nach Hofheim. Zum Glück war der Räumdienst schon unterwegs, die Straßen einigermaßen frei. Danke!

Im Evangelium lesen wir heute, dass Johannes aus dem Buch Jesaja zitiert: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seien Straßen! Jede Schlucht soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel abgetragen werden…

Will Johannes der Täufer jetzt Landschaftsgestalter werden, oder schon Jesaja? Ich denke nicht!

Diese Bilder, von denen die beiden sprechen, begegnen uns immer wieder im Advent. Sie wollen uns einfach aufzeigen, dass sich etwas verändern muss, dass vieles nicht mehr so bleiben kann wie es ist, wenn der Erlöser kommen soll, auf den die Menschen in der damaligen Zeit schon über Jahrhunderte gewartet haben. Ich warte auch auf den Erlöser, ich bin mir sicher, dass er kommen wird, am Ende der Tage, am Ende meiner Tage, auch wenn es bis dahin hoffentlich noch viele Jahre dauert. Ich warte aber auch auf Weihnachten, wenn ich gemeinsam mit vielen anderen wartenden, euch, die erste Ankunft des Erlösers feiern darf. Die Geburt Jesu, ist schon über 2000 Jahre her, und trotzdem feiern wir diesen Geburtstag jedes Jahr, wir bereiten uns vor, wir werkeln, wir backen um ein schönes Fest zu haben. Ja, es freut auch mich, wenn Plätzchenduft in der Luft liegt, wenn Lichter leuchten….

Aber bereite ich so den Weg für den Herrn, dass er bei mir ankommen kann? Bereite ich so den Weg, dass Jesus in mir geboren werden kann? Es gibt so viele Möglichkeiten, im Internet, in Heften und Büchern, sich auf Weihnachten vorzubereiten, zu lesen, zu singen, zu basteln.

Vielleicht breitest du dich einmal anders vor, ein paar Minuten hinsetzen, in die Flamme der Kerze am Adventskranz schauen, zur Ruhe kommen, den Herrn so in dein Herz gehen zu lassen. Bereite den Weg für den Herrn!

Übrigens war der Weg zu unserem Haus schon frei, als ich wieder zu Hause ankam, meine Frau hat schon den Schneeschieber geschwungen. Danke

Eine gesegnete 2. Adventswoche

Thorsten Hueller

„Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist!“ diesen Satz hat meine Oma gerne gesagt, wenn ich mit hängendem Kopf als Kind nach Hause kam, wenn die Noten mal nicht so gut waren, oder es irgendwie Arger gab. Dieser Satz ist mit eingefallen, als ich das Evangelium gelesen habe. Zuerst habe ich gedacht, so ein komisches Evangelium für den 1. Advent, irgendwie gar keine Erwartungsstimmung auf Weihnachten. Jesus spricht von Zeichen am Himmel, an Sonne Mond und Sternen, er spricht vom donnern des Meeres. Er spricht davor, dass Menschen vor Angst vergehen.

Irgendwie erinnert es mich ehr an die Zeit, in der wir gerade leben, zwar donnert und tobt das Meer nicht, aber wir werden von einer Welle überrannt, eine neue Welle der Pandemie. Menschen vergehen vor Angst, sie ziehen sich zurück, aus Vorsicht und das ist auch gut so.

Jesus sagt aber auch: „Richtet euch auf, erhebt euere Häupter, denn eure Erlösung ist nahe.“

Für mich der Satz, mit dem ich in diesem Jahr durch den Advent gehen will. Kopf hoch! Egal was geschieht – ER, Jesus kommt. Lassen wir uns wieder auf ihn ein, erheben wir unser Haupt, lassen wir es in uns Weihnachten werden.

Euch allen eine gesegnete und besinnliche Adventseit

Thorsten Hueller

Wir feiern heute auch einen König, Christus, unseren König. Er kommt ganz anders daher wie man sich so einen König vorstellt. Wenn ich Kinder fragen würde, wie ein König aussieht, dann käme sicher die Antwort: goldene Krone und roter Mantel.

 Hat unser König, den wir feiern das nötig, Krone und Mantel? Braucht es das überhaupt, dass wir dieses Fest heute feiern? Ich denke schon. 

Jesus bezeichnet sich selbst als König, auch wenn er zu Pilatus sagt, wenn mein Reich von dieser Welt wäre würden meinen Armeen kämpfen. Jesus ist aber einer, der anders ist, als die Machthaber dieser Welt. Das musste er dann am eigenen Leib spüren. Weil er anders war, deshalb wurde er schief angesehen, weil er anders war, hat man ihm nicht getraut, weil er anders war hat man ihn verhaftet und ans Kreuz genagelt. Die Machthaber ob die politischen oder die religiösen hatten Angst, dass er ihnen die Macht streitig macht. Sicherlich hat Pilatus ihn deshalb auch gefragt ob er ein König ist. Und weil er sich als König ausgab, wurde er mit einer Krone gekrönt, mit einer Dornenkrone. Als Zeichen des Spottes hat man ihm einen Mantel umgelegt und gegrüßt.

Jesus hat es mit Geduld über sich ergehen lassen, für uns. Er wusste, was ihm bevorstand, er wusste aber auch, wohin ihn sein Weg führen wird, über das Kreuz und die Auferstehung zum Vater.

Nach wie vor kommt Jesus auf uns zu mit dem Anspruch, unser König, unser Herr zu sein. Ganz gleich, wie wir Menschen darauf reagieren. Ganz gleich, was wir von ihm halten. Er ist von uns nicht abhängig, ob wir ihn anerkennen und verstehen wollen. Seine Persönlichkeit wird auch zu einem gut Teil geheimnisvoll bleiben, denn er kommt aus der Unbegreiflichkeit Gottes. Er bleibt in der Würde und Heiligkeit Gottes, auch wenn manche ihn einfach zum primitiven Mitmenschen machen wollen, vielleicht zum Kumpel, der genauso banal dahinlebt wie sie selbst. Jesus ist anders!

Er ist der Herr, der Kyrios. So hat ihn die junge Kirche von Anfang an gesehen und verehrt. Er fordert uns zum Bekenntnis und zur Entscheidung. Und Christus selbst wird sich dann auch entscheiden. Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.

Er unser Kyrios, unser Herr, unser König, brauch keine goldene Krone, um zu regieren, er will nicht herrschen, sondern lieben. Er will immer bei uns Menschen sein, denn er selbst ist die Liebe.

Let the sky fall

Wahrscheinlich kennen Sie das Lied Skyfall von Adele aus dem Radio. Für James Bond-Fans dürfte dieser reichlich mit Preisen ausgezeichnete Titel durch den gleichnamigen Film vertraut sein. Ein Lied , das in seiner Thematik sehr dem ähnelt, was wir am Anfang des Evangeliums vom kommenden Sonntag hören: Weltuntergang. Der Himmel stürzt ein. Alles wackelt, bebt, gerät aus den Fugen. In Filmen und Serien ist diese Thematik durchaus beliebt. Sie bringt bei einer Tüte Popcorn oder einem leckeren Getränk vor der Leinwand oder auf der heimischen Couch Spannung, wohl wissend, dass ein Held am Ende jede Situation zum Guten führt und nach dem Abspann mein eigenes Eben nach wie vor in den geregelten Bahnen verläuft, wie ich es gewohnt bin. Aber in Realität will das, was auf der Leinwand so fesselnd ist, wohl kaum irgendjemand erleben. Dennoch mussten das in diesem Jahr einige Menschen: In Deutschland und anderen Teilen Europas sind ganze Ortsteile weggeschwommen, Waldbrände haben das Leben so vieler zur Herausforderung werden lassen und immer wieder Nachrichten von Gewalt. Wäre es da nicht manchmal schön, wenn es auch da so einen Held gäbe, der alles in der Zeit eines Spielfilms wieder ins Lot bringt?

Das Evangelium spricht von Jesu Wiederkunft am Ende der Zeiten in sehr heroischer Weise. Doch auch heute schon ist er an unserer Seite - was auch immer passiert. Zwar nicht im Stil eines James Bond oder eines anderen Acion-Helden, wohl aber als stiller Begleiter mit einem offenen Ohr für unsere Sorgen und Nöte. Als Halt und Hoffnung gerade in schweren Zeiten und einfach auch so an jedem Tag.

Stankt Martin ritt durch Schnee und Wind….

Dieses Lied kennst du sicher und hast es in deiner Kindheit auch gesungen, oder du singst es heute zum Gedenktag des Heiligen Martin. Unser Bild zeigt heute die Figur des Heiligen Marin, wie er den Mantel teilt. Sie steht im Alten-Service-Zentrum in Hofheim, das heute auch diesen Heiligen als Patron feiert.

Jetzt in der Zeit bis Weihnachten, es sind nur noch 40!! Tage, begegnen uns immer wieder Heilige, die teilen. Die Heilige Elisabet, der Heilige Nikolaus und natürlich der Tagesheilige heute – Martin von Tours. Er war Soldat, hatte dann dieses Erlebnis mit dem Bettler, mit dem er seinen Mantel geteilt hat. Jesus ist im danach im Traum erschienen, mit dem Mantelstück und hat ihm erklärt, dass er selbst dieser Bettler war. Ein Bekehrungserlebnis für Martin.

Es ist Tradition, am Martinstag mit anderen ein Stück Brot zu teilen, oft wird es nach den Martinsumzügen in den Kindergärten praktiziert.

Jesus fordert uns aber nicht nur auf, Brot und Mantel zu Teilen, sondern unser Leben!  Unser Leben Teilen, mit anderen Menschen gut umzugehen und für sie da zu sein, aber auch eine gute Beziehung zu ihm, Christus, zu haben.

Vielleich kann dir auch das Martinslied dazu helfen.  Du findest es im Gotteslob Nummer 545. Viel Freude beim lesen oder singen.

Sicher kennen sie das Märchen vom Sterntaler, bei dem ein Mädchen alles was es hat, sogar sein letztes Hemdchen für andere hingibt. In den Lesungen aus dem Buch der Könige und im Evangelium ging es heute um ähnliche Erzählungen. Eine Witwe bereitet für den Propheten Elija mit ihrem letzten Mehl ein Gebäck zu, dieser verspricht ihr, dass durch den Willen Gottes ihr Mehl- und Öltopf nicht mehr leerwerden, bis es wieder regnet und eine neue Ernte kommt. Im Evangelium hat Jesus beobachtet, wie reiche Menschen von ihrem Überfluss abgeben und in den Opferstock Geld werfen. Als eine Witwe zwei kleine Münzen hineinwarf, sagte er zu seinen Jüngern: „Diese Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen.“

Für manche Menschen nicht zu verstehen, weil sie selbst im Überfluss leben. Heute im Kindergottesdienst haben die Kinder erarbeitet und überlegt, wann sie geteilt haben. Manchmal ist es nicht einfach, zu teilen, von dem etwas abzugeben, was man selbst gernhat. Aber man muss nicht immer nur Geld oder Lebensmittel teilen, Zeit zu Teilen ist in unserer Zeit oft noch wichtiger. Zeit, von der Wir eh in dieser schnelllebigen Zeit ist Zeit ein hohes Gut. Das zu teilen, Zeit zu haben für Menschen, die sonst niemanden haben ist, wie beim Sterntaler das letzte Hemd zu geben.

Wenn du es versuchst, fallen vielleicht auch für dich die Sterne vom Himmel.

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