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Ein neues Gebot gebe ich euch…

Von Jesus selbst hören wir heute das neue Gebot:
            Liebt einander!
            Wie ich euch geliebt habe,

            so sollt auch ihr einander lieben.
            Daran werden alle erkennen,
            dass ihr meine Jünger seid:
            wenn ihr einander liebt.

Der Vergleich bezieht sich auf das Beispiel der Fußwaschung - des Sklavendienstes - den Jesus seinen Jüngern kurz davor erwiesen hatte! Das Evangelium beginnt mit: "Als Judas vom Mahl hinausgegangen war" - womit sich die Passion unaufhaltsam anbahnte, was Jesus so deutete: "Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen und er wird ihn bald verherrlichen."

Die Herrlichkeit Gottes soll sich in der Passion zeigen? - Das ist wirklich ein völlig neues Gottesbild! Das entspricht keiner menschlichen Gottesvorstellung oder Gottesprojektion. - Aber das ist unser Evangelium!

Jesus gibt am Kreuz sein Leben für uns hin, er setzt davor aber das Altarsakrament ein, um bei uns Menschen bleiben zu können. Wenn wir Jesus im Sakrament empfangen, dann ist er mit seiner Liebe ganz nah bei uns. „Sakrament der Liebe Gottes...“ so heißt es im Lied. Die Liebe, die er uns schenkt, ist so wunderbar, so unvorstellbar groß, ich kann sie nicht beschreiben. Der Gott, der der alles übertrifft, kommt immer wieder zu mir, um mir seine Liebe zu zeigen. Liebe ich ihn auch? So richtig? Aus tiefstem Herzen?

Auch wenn ich manchmal zweifle, ER liebt mich!

 

Es ist einfach wunderschön zur Zeit draußen zwischen Wiesen und Feldern unterwegs zu sein oder entspannt in den angenehm warmen Frühlingssonnenstrahlen auf dem Balkon oder sonst wo im Grünen zu sitzen. Die Bäume und Wiesen zeigen sich in sattem, fröhlichen grün, überall wächst und blüht es, Amsel- und Meisengesang am Tag, nachts gelegentlich eine Nachtigall. Kurzum: Das große, wunderschöne „Freiluftwohnzimmer“ hat wieder für uns alle nach der kalten Jahreszeit geöffnet und ich freue mich total darüber.

Wie gut kann ich da Franz von Assisi verstehen, einen Heiligen, der Ende des 12. Anfang des 13. Jahrhunderts in Italien gelebt hat. In seinem „Sonnengesang“ besingt er voll Staunen und Dankbarkeit gegenüber Gott die Schönheit der Welt, in der alle Elemente so wunderbar ineinander greifen, dass Pflanzen, Tiere und Menschen gut auf ihr leben können.
Doch er geht noch weiter, als an der bloßen Bewunderung stehen zu bleiben. Er singt von Bruder Sonne, Schwester Wasser und Mutter Erde, die allerlei Grün hervorbringt und so alle Ernährt.

Damit zollt er allem, was es auf de Erde gibt, einen großen Respekt und zeigt, dass er als Mensch keinesfalls unabhängig von der Natur und ihren Abläufen ist, sondern ihr gegenüber in Beziehung und Verantwortung steht.

Mich erinnert der Sonnengesang daran, die Achtsamkeit für die Umwelt nicht außer Augen zu lassen - trotz der vielen Probleme die es derzeit auf der Welt gibt. Diese müssen angegangen und so gelöst werden, dass Menschenwürde und Frieden mehr als Worthülsen sind. - Keine Frage! Und trotzdem - oder vielleicht auch gerade deshalb -  machen mir die Zeilen des Heiligen Franziskus bewusst, dass das Wunderwerk der Natur, an dem ich mich derzeit so gerne freue, genauso wenig selbstverständlich ist wie Frieden und dass es auch mit an mir und jedem Einzelnen liegt, ob wir unsere Welt in Zukunft noch als lebensfreundliches und liebenswertes Wunderwerk erleben können.

 

Sonntag, Erstkommunion, 1.Mai, Schutzfrau Bayerns - was sollen wir heute feiern?

Im Sonntagsevangelium wird erzählt, wie die Jünger nach der Auferstehung wieder ihrer alten Arbeit nachgehen, Petrus sagt: „Ich geh fischen.“ Sie fangen doch nichts. Jesus, den sie zuerst nicht erkennen, ermutigt sie nochmal die Fischernetze auszuwerfen. Sie machen einen großen Fang. Er hat aber schon Fisch und Brot auf dem Feuer zubereitet und lädt sie ein: „kommt und esst.“

Im Evangelium des Hochfestes Maria Schutzfrau Bayerns, dass eigentlich am 1. Mai gefeiert wird und dass wegen des Sonntags am Montag gefeiert wird, geht es auch um Essen und Trinken. Bei der Hochzeit zu Kana geht der Wein aus und Jesus hilft. Erst will er nicht so richtig, zu seiner Mutter sagt er: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“. Maria lässt sich nicht abbringen und sagt zu den Dienern nur: „was er euch sagt, das tut.“ Jesus verwandelt 600 Liter Wasser in Wein. Ein tolles Hochzeitsgeschenk.

Auch wir können immer wieder mit unseren Sorgen und Nöten um die Fürbitte Mariens bitten. Viele haben das heute getan, in vielen Pfarreien waren die ersten Maiandachten, auch in unserer PG war in Serrfeld ein Gottesdienst zu dem Menschen gepilgert sind.

Wie ist es bei dir, bist du auch als Kind mit deinen Sorgen zu deiner Mutter gegangen? Mit manchen Dingen, die ich so auf dem Herzen habe, gehe ich auch lieber zur Mutter des Herren. Ich weiß nicht warum, manchmal ist es leichter, mit der Mutter zu sprechen, als mit dem Sohn. Vielleicht ist da doch noch etwas Kindliches in mir, dass mir den Weg erst zu ihr weist. Aber es ist nicht ein zu ihr beten, sondern ein durch sie zum Sohn beten.

Schon über 100 Jahre ist unser Bayernland und auch Franken der ganz besonderen Fürsprache der Gottesmutter anvertraut. Auch du darfst zu ihr kommen, zur Mutter

 

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot….

 

so heißt es in einem Liedtext von Thomas von Aquin, da ist aber nicht dieser Theologe des Mittelalters, der von sich schreibt, er meint den Thomas, den Apostel, der es nicht fassen kann, dass Jesus auferstanden ist.

Thomas will seine Finger in die Wunden Jesu legen, und seine Hand in die Seitenwunde um be-greifen zu können, dass Jesus lebt.

 

Bin ich auch manchmal so ein ungläubiger Thomas? Wie gehe ich damit um, dass Jesus für mich gestorben und auferstanden ist? Kann ich es be-greifen oder müsste ich auch erst meine Finger in die Wundmale legen?

 

Es ist schon schwer zu verstehen, wenn ein Mensch stirbt, dass er nicht mehr da ist. Wie viel schwerer muss es für Thomas gewesen sein, zu verstehen, dass Jesus wieder lebt, dass er mit ihnen spricht uns isst.

 

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot, bet ich dennoch gläubig „Du mein Herr und Gott.“

 

Jesus ist Auferstanden - die Grundlage unseres Glaubens, ohne Auferstehung wäre ALLES NICHTS.

 

Jesus lebt Halleluja

Frohe und gesegenete Ostern

Was war zuerst Huhn oder Ei?

Ganz klar, das Ei, das hat der Osterhase gebracht.

Aber warum verschenken wir zu Ostern Eier? Dieser Brauch kam im Mittelalter auf. Das Ei, es sieht aus wie ein Stein, kalt, tot. Aber aus diesem unscheinbaren Gegenstand kommt neues Leben, zumindest, wenn es befruchtet und bebrütet wird. Also ein Zeichen der Auferstehung. Zuerst wurden die Eiern rot gefärbt, als zeichen für das Blut Jesu, in Griechenland gibt es nur rote Eier, mitlerweile sind sie bei uns in allen Farben und Mustern zu haben. Früher wurden in der Fastenzeit keine Eier gegessen, weil sie zu nahrhaft sind, deshalb wurden sie gekocht und eingefärbt, um sie haltbar zu machen und von rohen Eiern zu unterscheiden.

Ostern, das ist aber nicht nur ein Fest für Eierfreunde, Ostern ist DAS Fest, es ist für alle Christen der Höhepunkt des Jahres. Christus ist auferstanden, Halleluja!

Das dürfen wir feiern, aber nicht nur bis zum Ostermontag oder in der Osterwoche, sondern Ostern geht bist Pfingsten und sollte im Herzen eigentlich immer sein. Auch wenn die Osternester leergegessen sind, freue dich daran, Jesus lebt, Halleluja!

 

Hosanna dem Sohne Davids!

So klingt es heute in vielen Orten bei der Palmprozession, so klang es vor fast 2000 Jahren in Jerusalem, als Jesus auf dem Esel in die Stadt ritt. Die Menschen schnitten Zweige von den Bäumen, die Jünger breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, auf dem Jesus in Jerusalem einzog.
Bin ich heute bereit, nach den Tagen der Fastenzeit, auch durch dieses Tor in die Heilige Woche einzuziehen? Will auch ich Jesus zujubeln? Hosanna dem Sohne Davids!
Ist er mein König ohne Krone, der mir das wahre Heil und die Erlösung bringt?
Singt dem König Freudenpsalmen, Völker ebnet seine Bahn! Sehe ich Jesus als den, den er ist, der Friedensfürst, auch wenn in der Welt Krieg ist?

Oder habe ich Angst, so wie damals die Hohepriester, die Gelehrten, die Anführer des Reiches? Angst, dass sich mit Jesus mein Leben wandelt?
Aus dem Hosanna wurde in wenigen Tagen „ans Kreuz mit ihm!“

Aber selbst dieses Kreuz, dieses Todeswerkzeug ist zum Zeichen des Sieges über den Tod geworden.

Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung

 „Was wisst ihr denn eigentlich schon davon?“

 Fragt Poetry-Slammerin Anke Fuchs am Anfang eines ihrer Texte, in dem sie auf berührende Weise Vorurteile aufdeckt (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=yftubQpFmKo). Manchmal genügt eine Momentaufnahme einer Person, ein erstes Kennenlernen und schon ist das Gegenüber - häufig unbewusst - in eine bestimmte Schublade sortiert, auf ein bestimmtes Verhalten reduziert. Aber ist ein Mensch nicht viel mehr als die Momentaufnahme, die ich eben von ihm oder ihr erlebt habe?

Jesus fordert im heutigen Sonntagsevangelium dazu auf, in einem Menschen mehr zu sehen als nur das Vordergründige (Joh 8,1-11). Er lädt uns ein, hinter die Kulissen von Vorurteilen und Vorverurteilungen zu sehen. Er ermutigt, hinter die eigenen Denkmuster zu schauen, um auch Schwächen an sich selber und nicht nur an Anderen wahrzunehmen. Darin sieht er einen Weg, vergeben zu können, wo es nötig ist und Mitmenschen wirklich so kennen lernen zu können, wie sie tatsächlich sind und nicht nur so, wie wir sie zu kennen glauben.

Der verlorene Sohn oder der barmherzige Vater Lk15,1-3.11-32

Wie würde ich mich verhalten, wenn einer meiner Söhne einen Haufen Geld in den Sand setzt oder einfach so mit vollen Händen ausgibt? Diese Frage müssen sich sicherlich Eltern hin und wieder stellen.

Im Evangelium geht es heute in dem Gleichnis Jesu darum. Der eine Sohn verprasst sein Erbe schon zu Lebzeiten des Vaters, kommt nach langer Zeit wieder nach Hause und der Vater gibt ein Freudenfest. Der Sohn, der die ganze Zeit gebuckelt hat, wird eifersüchtig.

Der Vater freut sich aber über den Sohn, der verloren war und wiedergefunden wurde und versucht seien anderen Sohn mit hineinzunehmen in diese Freude.

Wie ist das mit unserem Himmlischen Vater? Freut er sich auch, wenn ich komme und ihm meinen Mist des Lebens, meine Sünden hinlege? Ich bin mir sicher! Denn in einem anderen Gleichnis erzählt Jesus vom Hirten, der das eine, verlorenen Schaf sucht. So ist es auch mit uns, Gott reicht mir immer wieder die Hand, er will mich nicht mit mir allein lassen, er will sich immer wieder mit mir versöhnen.

Eine gute Möglichkeit zur Versöhnung ist am Samstag, 2. April um 18:30 in der Pfarrkirche Hofheim, da findet der Bußgottesdienst statt mit Möglichkeit auch zur Beichte. Trau dich, komm und leg deinem himmlischen Vater alles zu Füßen.

Kaum sind die ersten etwas kräftigeren Frühlingssonnenstrahlen da, zeigt sich die Natur wieder in farbenfroher Schönheit. Garten- und Balkonfans greifen zu Gartenwerkzeugen, Setzlingen und Dünger, damit im Sommer alles blüht und Früchte trägt. Doch was tun mit den Gewächsen, die mickern oder gar nicht mehr auszuschlagen scheinen? Pflegen und ihnen noch mal eine Chance geben oder raus werfen und Neues pflanzen?

 

Jesus verwendet ein ähnliches Bild im heutigen Evangelium, um die Menschen seiner Zeit zur Umkehr, zum Früchte tragen, zu animieren (Lk 13,6-9). Kein Mensch wird aufgegeben. Jeder bekommt die Chance, Fehler und Entscheidungen zu überdenken und neu anzufangen.

Für mich ist das ein Anstoß zu fragen:

Was kann ich an mir und  meinem Leben an Gutem entdecken? Und wo müsste ich mal neue Wege einschlagen, um wieder neu aufzublühen? 

Evangelium: die Verklärung Jesu auf dem Berg 

Petrus ist sprachlos, als er das auf dem Berg Tabor erlebt. Zwei Propheten, Elia und Mose erscheinen Jesus in einem hellen Licht auf dem Berg. Petrus ist sprachlos, weil er vom gesehenen überwältigt wird. Als er doch Worte findet, sagt er: Herr lass uns Hütten bauen, für dich, für Mose und Elija. Im Evangelium heißt es weiter: Er wusste aber nicht was er sagte. Also eigentlich wirres Zeug. Aber Petrus ist anscheinend nicht der große Redenschwinger, sondern eher der Macher. Er will diesen Moment festhalten, nicht nur im Gedanken, sondern in der Realität. Er will es greifbar - begreifbar machen.

In der Pfarrei Hofheim wurden in dieser Woche auch "Hütten gebaut", aus dem Pfarrsaal ist eine Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine geworden. Wir vom Pfarr-Team und viele freiwillige Helferinnen und Helfer haben diese "Hütten", dieses Feldbett-Lager mit dem THW aufgestellt, weil wir es auch nicht begreifen können. Wir können es nicht begreifen, dass Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen, weil Krieg herrscht, weil ihre Wohnung zerbombt ist oder weil ihre Stadt angegriffen wird. Es ist ein Beitrag, den Menschen zu helfen, weil wir sonst gegen den Krieg nicht viel ausrichten können. Manchmal bin auch ich sprachlos, manchmal verstehe ich diese Welt auch nicht und manchmal bin ich einfach so wie Petrus, der, der etwas anpacken will. Manchmal steh ich aber auch nur da und staune, so wie in den letzten Tagen über die riesige Hilfsbereitschaft so vieler Menschen. Manchmal ist es an der Zeit zu staunen, manchmal braucht es gar nicht viele Worte, sondern helfende Hände.

Wovon das Herz voll ist, quillt der Mund über.

So heißt es in einem Sprichwort. Das sah der Apostel Paulus wohl auch so, wie wir in der neutestamentlichen Sonntagslesung hören (Röm 10,8-13): Wer von ganzem Herzen an Jesus Christus glaubt, der wird das nicht für sich behalten, sondern anderen von Jesus erzählen und nach seinem Beispiel handeln – auch im Vertrauen auf ewige Gemeinschaft mit ihm über den Tod hinaus.

Und wie ist es bei mir? Wovon ist mein Herz so voll, dass ich allen anderen davon erzählen muss?

Gibt es etwas, das mich an meinem Glauben besonders begeistert?

 

Eigentlich hab ich gedacht, dass ich für heute einen Text schreibe, der zum Fasching passt, doch die Ereignisse dieser Woche haben meine Gedanken über den Haufen geworfen.
Es ist Krieg! 
Nicht irgendwo in der Welt, was schon schlimm genug ist, dass das immerzu irgendwo auf der Welt so ist. Es ist Krieg in Europa!
Im heutigen Evangelium lautet ein Satz: "Kann ein Blinder einen blinden führen? Werden dann nicht beide in die Grube fallen."
Ich denke, der Blinde Führer ist schon in die Grube gefallen, und zieht nicht nur ein Land, sondern noch viel mehr mit hinein. Leider sind so viele Menschen blind beziehungsweise verblendet von ihren Ansichten, dass sie gar nicht merken, wenn sie auf dem falschen Weg und vielleicht auf dem Weg in die Grube, in diesem Fall, den Krieg sind. Lange genug haben Politiker und andere Mächtige zu gesehen, wie es immer weiter an den Abgrund ging. Aber was ist mit uns, die wir nicht die Macht in unsren Händen halten? Was kann ich für den Frieden unternehmen? Zuerst bei mir selbst damit anfangen! Mir die Frage stellen: bin ich mit mir "zufrieden"? Schließe ich Frieden mit anderen? Oder versuche ich auch lieber den Splitter aus dem Auge des Anderen zu ziehen und meinen Balken sehe ich gar nicht? Auch diese Frage stellt uns Jesus im Evangelium.

"Der gute Mensch bringt  aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor und der böse Mensch bringt aus dem bösen das Böse hervor. Denn wovon das Herz überfließt, davon spricht sein Mund."
Mit diesem Satz möchte ich heute die Gedanken beenden und euch bitten, macht euren Mund auf, wenn irgendwo Unrecht geschieht und betet für den Frieden!

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