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Gedanken zu Fronleichnam - 11.06.20

Ohne zu essen und zu trinken können wir nicht lange überleben. Schon nach kurzer Zeit ohne Nahrung und Wasser lässt unsere Leistungsfähigkeit nach. Unser Körper meldet Hunger und Durst. Und diese Gefühle können mit der Zeit richtig schmerzhaft werden. Alles andere als Nahrung oder Wasser wird unwichtig.

Aber nicht nur mein Körper, sondern auch Geist und Seele können hungern und dürsten. Wenn ich sage, dass ich nach einer Sache hungere und dürste, dann drücke ich damit eine riesige Sehnsucht nach dieser Sache aus. Diese Sehnsucht bestimmt dann, was ich denke, fühle, oder wie ich handle.

Kenne ich solche Sehnsucht, die wie Hunger ist?
Wer oder was kann diesen Hunger stillen? Ist das überhaupt möglich?

Die Bibel erzählt immer wieder davon, wie wichtig das Stillen von Hunger und Durst ist. Immer wieder geraten Menschen in Situationen, in denen sie ihren Hunger nicht mehr stillen können: das Volk in der Wüste, Elia auf dem Weg zum Horeb, die Jünger, die keine Fische fangen. Und jedes Mal gibt Gott, was notwendig ist - nicht nur zum Überleben, sondern auch zur Stärkung und Motivation zum Weitergehen.

Doch Gott gibt letztendlich mehr als nur Nahrungsmittel und Motivation. Er gibt sich selbst. Er wird für uns zum Lebens-Mittel für dieses und für das Ewige Leben. Ein besonderes Lebens-Mittel, dass die Welt nicht bietet, das den Hunger nach dem Sinn des Lebens stillt.

Am Fronleichnamsfest feiern wir, dass Brot und Wein in der Eucharistiefeier wirklich Fleisch und Blut Jesu Christi werden; das ist kein Symbol. Das soll uns nicht nur daran erinnern, dass Jesus sich vor langer Zeit für uns geopfert hat - wie ein Lamm auf der Schlachtbank. Das Brot wird wirklich sein Fleisch und der Wein wirklich sein Blut. Jesus Christus kommt mir in der Eucharistie so nah wie nur möglich - in mich hinein.

Nahrung spendet dem Körper Energie. Ihre Bestandteile werden in den Körper eingebaut. So kann der Körper überleben.

Wenn jetzt Gott meine Nahrung ist, so gibt auch er mir neue Energie für meinen Lebensweg, so baut er sich in mein Leben ein, und wenn ich dazu bereit bin, dann entsteht eine ganz besondere Verbindung. Eine Verbindung mit dem Göttlichen und Himmlischen.

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