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Gedanken zum Sonntag 26.04.20 – 3. Sonntag nach Ostern - Johannes 21,1-14

Es kommt wieder Bewegung in unser Leben. Verschiedene Maßnahmen ändern sich. Mit einzelnen Schritten beginnen wir den Spielraum auszuloten, den wir haben. Noch wissen wir nicht, ob es gut gehen wird, Geschäfte wieder zu öffnen oder ob die Sicherheitsmaßnahmen der Schulen ausreichen werden. Noch wissen wir nicht, ob und wann und wie wir weitere Dinge wieder zulassen können. Und noch wissen wir nicht, ob wir nicht nächste Woche schon wieder alle Türen verschließen müssen.

Ungewissheit und Hoffnung gehen gerade Hand in Hand. Wir müssen lernen mit dem Neuen umzugehen. Wir müssen lernen mit Covid 19 zu leben. Es gibt die Hoffnung, dass das gelingen kann. Es gibt aber auch den Wunsch, dass alles so wird wie früher.

Die Jünger Jesu erleben die Auferstehung. Sie haben jetzt eine große neue Hoffnung: der Tod ist nicht das Ende. Jesus ist wirklich der Messias. Gottes neues Reich kommt. Bald.

Und doch ist der Wunsch, dass alles so wird wie früher, stark. Vielleicht wegen der Ungewissheit, was die Jünger jetzt eigentlich noch tun sollen. Irgendwie ist klar: mit Jesus wird es nicht mehr wie vorher. Es ist anders. Er ist anders.

Und so tun die Jünger das, was sie ganz früher taten: Fischen. Keine Menschen, wie es Jesus von ihnen wollte, sondern wieder ganz normal Fische. Aber selbst das gelingt nicht. Es ist Nacht und kein Fisch geht ins Netz. Die Lage der Jünger ist zum Verzweifeln. Und jetzt? Aufgeben?

Doch als es Morgen wird…
Da steht plötzlich jemand am Ufer. „Probiert die andere Seite“, ist sein Tipp. Seltsam, dass die Jünger auf den Unbekannten hören. Doch das Netz ist voller Fische. Eine Szene die Erinnerungen weckt: an den Anfang mit Jesus.
Als der Mann sie zum Essen einlädt, wissen die Jünger: das ist Jesus.

Dieses Mahl stärkt die Jünger, nicht nur körperlich für den Moment. Dieses Treffen mit Jesus stärkt auch für das, was da noch auf die Jünger zukommen wird. Auf Petrus, der den Menschen, die an Jesus glauben werden irgendwie ein Hirte sein soll – ohne dass Jesus im sagt, was das bedeuten soll. Auf Johannes, der alles, was er mit Jesus erlebte aufschreiben wird.
Alle werden erst lernen müssen, wie Jesus nachzufolgen funktioniert, ohne, dass Jesus bei ihnen ist. Doch noch weiß keiner der Jünger, dass sie alleine klarkommen werden müssen.

Aber vielleicht ahnen sie schon: es wird nie mehr wie vorher.

Ich denke heute: zum Glück, ist es nie mehr wie vorher geworden.
Zum Glück haben die Jünger sich getraut und haben ihr neues Leben gelebt. Das war nicht immer einfach und für viele von ihnen bedeutete ihr neuer Weg Leid und grausamer Tod.
Doch für mich bedeutet es, dass ich heute von Jesus Christus weiß, dass ich an die Auferstehung glauben kann, dass ich hoffen darf.

Zum Glück haben die Jünger nicht weiter versucht, ihr altes Leben zurück zu bekommen.
Zum Glück haben sie an ihrem Traum einer besseren Welt gearbeitet.
Zum Glück haben sie sich nicht von Rückschlägen entmutigen lassen.

Zum Glück haben sie erfahren: am Ende einer endlos scheinenden Nacht, steht Jesus am rettenden Ufer und der Morgen bricht an.

Und zum Glück hat Johannes diese Geschichte aufgeschrieben.
Sie schenkt mir Hoffnung, wenn ich lernen muss, mit Neuem klar zu kommen und wenn ich begreife, dass es im Leben niemals ein „wie früher“ geben wird.
Sie schenkt mir die Hoffnung: Jesus steht auch in meiner Nacht am Ufer und der Morgen bricht an.

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