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Gedanken zum Sonntag 25.10. - 30. Sonntag im Jahreskreis - Mt 22,34-40

Viele von euch kennen sicher das Gänseblümchen-Orakel, immer ein Blütenblatt abzupfen:


Sie liebt mich – Sie liebt mich nicht * Er liebt mich – Er liebt mich nicht


Geht das mit der Liebe zu Gott? Jesus sieht im Evangelium die Gottesliebe als das erste und wichtigste Gebot. Mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Denken. Sich Gott einfach so bedingungslos hingeben?

Ich meine das geht! Dazu braucht man nicht unbedingt ins Kloster einzutreten oder Eremit in einer kleinen Bergklause zu werden.
DU, egal wo du bist, egal, wer du bist, egal wie dein Leben gerade verläuft.
DU darfst Gott so lieben WIE du bist. Dann kannst du auch seine Liebe erfahren.

Im Evangelium gibt es noch ein ebenso wichtiges Gebot, dass Jesus mit auf den Weg gibt: Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst. Nur wenn du dich selbst magst, wenn du dich im Spiegel anschauen kannst, dann kannst du auch auf andere Menschen zugehen, und sie mögen, sie lieben, für sie da sein und dich einsetzen.

Der Satz hat aber auch irgendwie eine Bremse eingebaut, so meine ich. Denn es heißt nicht, dass du deinen Nächsten so lieben sollst, dass für dich, für dein Leben nichts mehr übrig ist an Zeit und Energie. Auch die Liebe zu Gott hat Höhen und Tiefen.

„Ich liebe meinen Gott, von ganzem Herzen“ heißt es nicht nur in einem Lied, sondern kann ich es auch von mir selbst behaupten. Dennoch gibt es manchmal im Leben, auch in meinem Leben, Zeiten, da kommen Zweifel. Gott, gibt’s dich wirklich? Warum Antwortest du nicht?

Dann gibt es Zeiten, da spüre ich Gott direkt in mir. Dann spüre ich, wie ER mich liebt, und gerade deshalb liebe ich Gott mit meinem ganzen Denken, meiner Seele und meinem Herzen.

Thorsten Hueller

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