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Gedanken zum Sonntag 08.11.20 - 32. Sonntag im Jahreskreis - Mt 25,1-13

Etwa 20 Liter Wasser, 3,5 Kg Reis, Nudeln, Kartoffeln oder Brot, ein Campingkocher, mehrere Kilo Obst und Gemüse in Dosen und noch eine ganze Menge mehr, empfiehlt der Katastrophenschutz pro Person im Haus zu haben. Spätestens in diesem Jahr sind die Notversorgungs-Checklisten durch alle Medien gewandert.

Gekauft haben die Deutschen dann vor allem Mehl, Hefe, Nudeln und Klopapier, als es „ernst“ wurde. Es lässt sich darüber streiten wie sinnvoll diese Kombination für den Ernstfall ist (vor allem ohne Campingkocher und Backmöglichkeiten, die ohne Strom funktionieren), und dass diese Hamsterkäufe eigentlich unnötig waren, haben wir auch schon oft genug gehört.

Und dennoch bleibt das Gefühl: ich muss mich doch irgendwie vorbereiten, auf den „Ernstfall“ - selbst wenn ich nicht ganz genau weiß, wie der aussehen soll. Ich kann mich ja nicht darauf verlassen, dass mir andere helfen, wenn wirklich was passiert.

Selbst Jesus kennt doch solche Geschichten, und er befürwortet die Vorbereitung: die Klugen sind die, die vorgesorgt und genug Öl mitgenommen haben (ähnlich wie die Empfehlung des Katastrophenschutzes genug Batterien zu haben). Und die, die nicht genug Öl haben sind nun einmal die Dummen. Und die bekommen natürlich auch nichts von den Klugen ab. Es reicht doch nicht für alle.

So richtig christlich hört sich das in meinen Ohren nicht an: was ist denn mit der sonst so oft beschworenen Teilen und der Nächstenliebe? Hört die im Notfall auf? Hätten die klugen Jungfrauen nicht einen Weg für alle finden können? Also mir fallen da gleich ein paar Optionen ein.

Ich will einfach nicht glauben, dass Jesus dazu aufruft, dass sich am Ende der Welt (darum geht es ja im Gleichnis eigentlich) jeder wieder selbst der Nächste ist. Aber ich glaube auch nicht, dass es wirklich um Öl, oder um Nudeln, Klopapier, oder sonst etwas geht, dass man mit etwas Nachdenken vielleicht doch noch strecken und teilen könnte.

Jesu Botschaft ist erstmal: Seid wachsam! Seid vorbereitet! Darauf, dass Gott kommt. Aber wie?
Was muss ich haben, damit ich am Ende ins Reich Gottes hineinkomme?
Wenn es brennende Öllampen wären, hätten wohl die meisten heute schlechte Karten. Ich habe sowas jedenfalls nicht daheim.

Ich glaube, dass es etwas sein muss, das ich zum einen wirklich nicht teilen kann (weil es etwas Immaterielles ist), und das mich zum anderen irgendwie für den Bräutigam - also für Jesus - identifiziert. Denn die törichten Jungfrauen werden ja am Ende mit den Worten: „Ich kenne euch nicht“ abgewiesen.

Ich muss also irgendeine Beziehung zu Jesus Christus haben, die so ist dass er mich kennt. Und ich glaube, dass das die Vorbereitung ist, die für das Himmelreich notwendig ist. Mich mit Jesus Christus bekannt zu machen.

Und das ist nun wirklich nichts, was man mit anderen teilen könnte, so dass sie es auch haben. Egal wie tief meine Beziehung zu Christus ist, egal wie viel ich anderen davon erzähle, ich kann ihnen nichts davon abgeben. Die Beziehung aufbauen, sich auf die Begegnung mit Jesus Christus am Ende der Welt vorbereiten, indem man an dieser Beziehung arbeitet, so dass Jesus einen kennt, das muss, das kann wirklich jeder nur für sich persönlich tun.

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