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Gedanken zum Sonntag 05.07.20 - 14. Sonntag im Jahreskreis - Mt 11,25-30

In meinem Taschenmessbuch für die Sonntage, das ich zur Vorbereitung von Gottesdiensten oder auch dieser Gedanken nutze, verteilt sich das Evangelium dieses Sonntages auf zwei Seiten. Der Seitenumbruch liegt nach der Aufforderung Jesu: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich will euch erquicken.“

Ich dachte mir: „Ach ja, da habe ich ja eine schöne, positive Zusage, über die ich gut und gerne schreiben kann.“

Dann blätterte ich um und las: „Nehmt mein Joch auf euch“ - eigentlich weiß ich ja schon, wie die Stelle weitergeht, ist sie doch in einer der bekanntesten Arien aus Händels Messias vertont (Er weidet seine Herde), die ich schon oft genug gesungen habe. Aber dennoch musste ich verwundert schmunzeln. Zuerst lädt Jesus die Leute ein, dass sie bei ihm neue Energie bekommen und was bekommt man dann: ein Joch auf die Schultern zu tragen. Das ist doch wirklich absurd.

Andererseits aber auch ehrlich: ohne Joch - ohne Mühe - gibt es das Leben eben nicht. Immerhin verspricht uns Jesus nicht das Blaue vom Himmel herab und bürdet uns dann ein Joch auf - hintenrum, im Kleingedruckten, wie wir es doch oft genug erleben müssen.

Aber Erfrischung, Ruhe, Erholung? Kann ich das wirklich bekommen, wenn ich doch wieder ein Joch tragen muss?

Auf jeden Fall verspricht Jesus, dass sein Joch, die Last, die wir tragen werden, wenn wir ihm nachfolgen, leicht ist. Leichter vielleicht, als die Last, die wir auf einem anderen Weg tragen müssen, wenn wir anderen folgen?

Jesus will auch, dass wir von ihm lernen, wie man trägt und erträgt. Und wer schon einmal etwas Schweres getragen hat, weiß, wie wichtig die richtige Technik dabei ist und wie viel die richtige Haltung das Tragen erleichtert. Von Jesus lernen, wie man Lasten trägt, heißt vor allem auf Gott zu vertrauen, und darauf, dass er mitträgt und, dass das Tragen einen Sinn für mein Leben ergibt.

Und Jesu Motivation ist die Liebe: vielleicht kann auch ich Dinge leichter (er)tragen, wenn ich es aus Liebe tue, zu einem Menschen, zu einer Sache, zu Gott.

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