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Gedanken zum Sonntag 04.10.20 – 27. Sonntag im Jahreskreis – Mt 21,33-44

Ein Gleichnis wie ein Krimi. Gleich mehrere brutale Morde in einer Geschichte Jesu. Die bösen Winzer wollen ihrem Verpächter einfach nicht die ihm zustehende Pacht zahlen. Alle Knechte, die der Besitzer schickt werden von den Winzern verletzt oder getötet.

Dabei hatte sich der Besitzer so viel Mühe mit dem Weinberg begeben, ihn liebevoll hergerichtet. Nur deswegen können die Winzer eine gute Ernte einfahren.

Aber diese gehen in ihrer Gier sogar noch weiter: Als der Besitzer seinen Sohn schickt, damit sie ihm seinen Anteil geben, wird auch dieser getötet, denn jetzt, so glauben die Winzer, wird der Weinberg beim Tod des Besitzers an sie fallen.

„Was wird der Besitzer jetzt tun?“ fragt Jesus seine Zuhörer. Und diese fällen nun in bester Propheten-Gleichnis-Tradition ihr eigenes Urteil: „Der Besitzer wird diese bösen Menschen vernichten.“

Denn die bösen Winzer stehen ja für die Menschen, zu denen Gott bisher seine Propheten geschickt hat, also das Volk Israel, die Zuhörer Jesu in diesem Augenblick. Knechte um Knechte, Propheten um Propheten hat Gott ihnen geschickt. Doch, wer die Bibel liest, weiß es, die Propheten haben es nicht leicht mit dem Volk Israel. Immerhin wurden sie meist nicht getötet, sondern schlicht ignoriert.

Als letztes schickt Gott seinen eigenen Sohn: Jesus, der ihnen dieses Gleichnis erzählt. Und ihm wird es gehen, wie dem Sohn in seiner Geschichte. Auch ihn werden die Menschen töten. Seine Zuhörer werden dabei mitmachen. Und ihr eigenes Urteil soll an ihnen vollzogen werden. Ja, sie sollen das Reich Gottes nicht bekommen.

Und eigentlich müsste dieses Urteil für alle gelten, die Gott nicht in gebührender Weise Dank und Ehre erweisen; für alle, die seine Welt nicht behüten und pflegen; für alle, die nicht Gottes Gebote für den Umgang miteinander und mit der Schöpfung beachten und halten.

Aber – überraschender Weise – endet die Geschichte Jesu Christi nicht mit einem vernichtenden Urteil. Es folgt nicht Gottes wütendes und vernichtendes Kommen. Stattdessen wandelt Gott das Verbrechend er Menschen an seinem Sohn, zu seiner Versöhnung mit den Menschen. Es wird Gnade und Erlösung.

Statt Verurteilung und Strafe, Begnadigung für alle. Alle haben wieder die Chance mit Gott von vorne anzufangen,es diesmal, im Glauben an Gott, gut zu machen.

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