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Gedanken zum Sonntag – 28.03.21 – Palmsonntag – Joh 12,12-16, Jes 50,4-7, Mk 14,1-15,47

Verheißung

Eine Verheißung: Freue dich, Tochter Zion, dein König kommt. Er reitet auf einem Esel. Es ist ein König der Frieden bringen soll.
Frieden. Wie schön wäre das für die Menschen in Jerusalem, in ganz Israel. Seit Jahrhunderten werden sie von fremden Mächten unterdrückt, sind Spielball der Politik. Die Römer, die jetzt an der Macht sind, haben zwar ihren „Frieden“ mitgebracht, doch der hat seinen Preis. Und wirklichen Frieden gibt es nicht. Die Straßen sind nicht sicher, und Aufstände gegen die Römer werden blutig niedergeschlagen.

Eine Verheißung erfüllt sich, als Jesus auf seinem Esel in Jerusalem einreitet. Da kommt er der König des Friedens, da kommt er der Messias. Auf einem Esel wie prophezeit. Ja, ganz anders als die Herren der Welt, mit allem ihrem Prunk, aller ihrer Darstellung von Macht und Gewalt. Die Menschen jubeln ihm zu. Vielleicht nicht nur, weil sie von seinen Wundern hörten, sondern auch, weil sie sich politische Führung – in die Freiheit – von ihm erhofften.

Die Verheißung erfüllt sich. Doch anders als erhofft. Dieser König führt nicht in die Freiheit von den Römern. Und doch wird er in die Freiheit führen.

Eine Verheißung: Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. Es ist die Verheißung vom leidenden Gottesknecht, der durch sein Leiden alle von der Sünde erlösen wird. Nicht nur die Juden, sondern auch die Fremden.

Die Verheißung erfüllt sich, als Jesus leidet und stirbt. Der Messias ist der Knecht Gottes. Dieser Knecht ist Jesus. Und in der Stunde, in der Gott am fernsten erscheint, in der Jesus am Tiefpunkt angelangt ist, als er stirbt, erkennt ausgerechnet der Fremde, der römische Hauptmann: Dieser Mensch war Gottes Sohn.

Die Verheißung erfüllt sich. Doch noch erscheint sie nicht erfüllt. Wo ist die Erlösung? Im Dunkel des Grabes? Und doch öffnet sich eine ganz neue Verheißung...

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