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Gedanken zum Gründonnerstag – 01.04.21 – 1 Kor 11,23-26 + Joh 13,1-15

Verteilung

Wie viel ist in den letzten Tagen, Wochen und Monaten doch über die Verteilung von Impfstoff gesprochen und gestritten worden. Vor allem darüber, wie wir ihn hier in Deutschland verteilen, wer was bekommt. Dann wer wie viel in der EU bekommt oder welche Exportverbote gelten oder gelten sollten. Und von wem man annehmen sollte.

Nur ganz selten wird dabei darüber geredet mit wem man teilt, sondern viel öfter, von wem man bekommt. Und viel zu selten werden dabei die Menschen in den Blick genommen, um die es geht, die mehr Sicherheit brauchen. Vor allem die, deren Länder sich einen Impfstoff gar nicht leisten können. Über das Teilen mit armen Ländern wird nur am Rand gesprochen – höchstens.

Das alles hilft aber nichts. Denn Teilen, Verteilen, das ist nichts über das man einfach nur reden kann und das hilft schon. Klar, es braucht Planung und Logistik, aber wenn man über alles Reden und Streiten nicht anfängt zu teilen, dann werden am Ende alle leer ausgehen.
Teilen muss man machen.

Jesus hätte viel über das Teilen reden können. Auch darüber, dass die Jünger seine Botschaft, und schließlich ihn selbst weiter (ver)teilen sollen. Er hätte das Brot und den Wein als Symbol dafür geben können. Als Erinnerungsstütze, dass man Teilen soll. Er hätte sagen können, verteilt euch auch, teilt euer Leben, teilt eure Liebe.
Aber was hätte nur Reden bewirkt?

Deswegen gibt auch Jesus ein Beispiel, was es heißt sich zu verteilen. Er wäscht seinen Jüngern die Füße. Sich zu verteilen heißt zu dienen, sich zurück zu nehmen, für andere etwas zu tun, sich hingeben, und sich dabei doch nicht aufzugeben.

Denn Jesu Dienen in der Fußwaschung, wie auch seine Hingabe in Brot und Wein und letztlich am Kreuz geben anderen, geben schließlich auch uns, Anteil an dem, der sich verteilt. Und keiner geht leer aus.

Auch wenn ich Liebe teile, auch wenn ich mich selbst teile, meine Zeit, mein Leben mit anderen, und auch wenn es ganz konkret Dinge zu verteilen gibt darf ich nicht dabei stehen bleiben zu überlegen, wie ich das mache, sondern ich muss es machen. Ich muss teilen. Damit keiner leer ausgeht.

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