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Gedanken zum Sonntag – 7. Sonntag der Osterzeit – 16.05.21 – Joh 17,6a.11b-19

Versorgung

Was braucht man so als Christ, um Jesus nachfolgen zu können? Was braucht man in einer Gemeinde, um als Christ zu leben? Was brauchen die Jünger nach Christi Himmelfahrt, um weiter machen zu können, mit dem, was mit Jesus begonnen hat? Mit was müsste sie Jesus versorgen? Mit was müsste er uns heute versorgen?

Wir sind noch mit vielem versorgt in unserem Glaubensleben, auch wenn sich gerade immer mehr ändert und viele fühlen: die Versorgung mit Dingen, die ich für mein christliches Glaubensleben brauche wird immer schlechter. Gottesdienste werden weniger, Menschen, die zusammen beten und Gottesdienste feiern auch, und wenn ich etwas brauche, sitzen die Menschen, die mich versorgen sollen immer weiter weg und sind immer überlasteter.

Also müssten wir besser mit Menschen versorgt sein, die etwas für unser Glaubensleben tun. Wir bräuchten mehr Spezialisten. Wir müssten besser mit Angeboten versorgt sein – und mit Menschen, die diese wahrnehmen vielleicht auch. Eine Versorgung mit fertigen Ideen wäre gut, für eine Predigt z.B., und ja letzten Endes auch eine Versorgung mit ausreichend Geld. Dann könnte man doch noch so einiges auf die Beine stellen.
Und jemanden wie Jesus da stehen zu haben, der vorne dran steht…

Die Jünger hätten sich sicher auch so einiges gewünscht: vor allem, dass wenn es weitergehen soll mit Sache Jesu, es auch mit Jesus weitergeht.
Aber das funktioniert so nicht: Jesus geht.
Ja, er verspricht ihnen Versorgung, aber nicht wie wir - und vielleicht auch die Jünger – praktisch finden würden: mit Personal und fertigen Konzepten, mit Ideen, Geld und Followern.

Jesu Versorgung sieht anders aus: er bittet um Heiligung der Jünger in der Wahrheit. Er bittet für sie um den Heiligen Geist, damit sie es sind die tun können, was sie für ihre Versorgung und für die von anderen brauchen, für die Kleinen, die Schwachen, und die, die noch nichts von Jesus wissen.

Von Konsumenten, von denen, die Versorgung nutzen, sollen die Jünger – versorgt mit dem Heiligen Geist – zu Versorgern für sich und andere werden.
Die Versorgung mit dem Heiligen Geist wird nicht auf die Jünger beschränkt bleiben. Schon die ersten Gemeinden entdecken: mit der Hilfe von Gottes Geist können wir unseren Glauben leben und gestalten. Um ihn können wir Gott bitten, wie Jesus es tat.
Keiner der Menschen damals, auch nicht die Jünger, waren Spezialisten. Keiner brauchte etwas Besonderes – außer: den Heiligen Geist.

Und ich? Was brauche ich? Mit was soll Gott mich versorgen, damit ich Jesu nachfolgen kann?

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