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Gedanken zum Sonntag – 21.02.21 – 1. Fastensonntag Mk 1,12-15

Versuchung

Kurz und knapp erzählt Markus von Jesu Zeit in der Wüste. Kein langer Bericht, was dort alles geschah. Einfach nur 40 Tage Wüste.

Und natürlich der Teufel, der Jesus in der Wüste in Versuchung führt. Was er tut? Bei Markus erfahren wir es nicht. Keine Spielchen des Teufels. Keine schlauen Pläne. Ich kann mir selbst überlegen: Was für eine Versuchung könnte es gewesen sein?

Was würde mich dazu bringen, Gottes Weg für mich zu verlassen und dem Bösen zu folgen? Welcher Versuchung könnte ich erliegen, wenn ich mich in der Wüste befinde?

Unfair ist das doch. In der Wüste bin ich schon geschwächt, da muss ich mich voll konzentrieren, um zu überleben. Wie leicht ist es da nachzugeben, aufzugeben, den Lockungen der Versuchung zu folgen? Und eine Entschuldigung habe ich dann gleich auch…

Ich brauche nicht einmal „Wüstenzeiten“ – der Versuchung erliege ich immer mal wieder. Selbst wenn ich weiß, dass ich es später bereuen werde.
Der Tüte Chips (ganz besonders gemein, weil man nicht mehr aufhören kann, wenn man einmal angefangen hat), dem Youtube-Video, das mich ablenkt, dem inneren Schweinehund, der mir sagt: „Bleib auf dem Sofa!“, aber genauso dem Gedanken „Ich mach das noch schnell fertig“ – und dann ist es schon spät und die Arbeit ist aus Mangel an Konzentration nicht gut.

Die Fastenzeit lädt jedes Jahr dazu ein, darauf zu schauen, wo ich Versuchungen erliege. Nicht nur bei den sichtbaren Versuchungen, sondern auch bei den etwas subtileren.
Der Versuchung einfach Augen und Ohren zu schließen, vor dem Unangenehmen; der Versuchung, meine Macht zu missbrauchen; der Versuchung des Egoismus; der Versuchung zu sagen: „Es bringt doch eh nichts.“

Manchmal ist es okay, der Versuchung zu erliegen.
Manchmal ist es genau das, was wir brauchen.
Manchmal geht es auch einfach über meine Kraft, der Versuchung zu widerstehen.

Die Fragen ist: Wann schadet es mir und anderen, der Versuchung zu erliegen?
Und: Wer hilft mir, zu widerstehen?

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