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Gedanken zu Pfingsten – 23.05.21 – Joh 15,26-27; 16,12-15 + Apg 2,1-11

Verstärkung

Eigentlich ist es erschreckend. Da ist schon so viel Hoffnungsvolles passiert und trotzdem sitzt man da im Haus, Fenster und Türen verschlossen und da bleibt man auch. Fast wie vor knapp zwei Monaten. Als wäre die Hoffnung nur ein schöner Traum gewesen.

Kein Plan, wie es weitergehen soll. Warten darauf, dass das Versprochene endlich eintrifft. Angst, dass sich doch wieder alles zum Schlechten wendet. Erschöpfung von all dem, was man erlebt hat. Zermürbung zwischen Hoffen und Bangen.

Besser man bleibt einfach, wo man ist und wartet ab – und zählt die Stunden und Tagen, die vergehen.
Um wirklich weitermachen zu können, bräuchte es schon irgendwas oder irgendwen, der Mut macht, das einen antreibt, der zündende Ideen für den weiteren Weg mitbringt, das einem den Rücken stärkt, der bei einem ist.

Zwischen Hoffen und Bangen, so fühle ich mich gerade auch immer wieder. Und ich bin nicht allein. Unsere Lage schlaucht viele immer mehr. Hoffnung ist ja da, aber...

Hoffnung haben auch die Jünger, aber…jetzt, wo Jesus weg ist,…
ist da die Frage, wie es weitergehen soll,
ist da das ungeduldige Warten, auf den versprochenen Beistand, der ihnen helfen soll,
ist da die Angst vor denen, die Jesus getötet haben,
ist da vielleicht auch der erste Zweifel, ob Jesu Versprechen gilt.

Jetzt bräuchten sie wirklich Verstärkung…

Die Jünger müssen nur 10 Tage warten. 10 Tage nach Himmelfahrt kommt ihre Verstärkung mit der Kraft von Naturgewalten, mit Sturm und Feuer, die die Fenster und Türen aufbrechen, die Angst, Zweifel, Fragen hinweg blasen, die die Herzen warm machen und die Jünger in den Aufbruch treiben – in die Welt.

Es ist eine Verstärkung, die sie fähig macht, das Erlebte zu deuten, in Worte zu fassen und zu verkünden, und das Kommende zu ertragen.

Ihre Verstärkung – Gottes Geist – lässt sie nicht mehr los, lässt sie nicht mehr allein. Der Antrieb bleibt, gegen alle Widrigkeiten gehen sie mit Rückenwind durch ihr Leben. Was aber nicht heißt, dass alles problemlos laufen wird, dass sie immer Erfolg hätten oder das alles, wie von selbst läuft. Es sind immer noch die Jünger selbst, die sich anstrengen müssen bei der Verkündigung von Jesu Botschaft. Aber ihre Haltung zu den Schwierigkeiten ist mit dem Beistand des Heiligen Geistes eine andere. Weil sie Gottes Wirken erlebt haben, haben sie Zuversicht, und handeln.

Göttlicher Beistand, göttliche Verstärkung. Wie gerne hätte auch ich da Magie und Superkräfte. Aber das ist nicht das, was der Heilige Geist eigentlich bewirkt. Und vielleicht ist das auch gut so, vielleicht ist das was er bewirkt viel wunderbarer als jede Superkraft.

Denn was nützt mir die tollste Superkraft, die größte Magie, wenn mir die zündende Idee fehlt, wofür ich sie einsetze, wenn mir der Mut oder der Antrieb fehlt, sie zu nutzen, wenn mir die Liebe fehlt, sie für das Richtige und angemessen anzuwenden?

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